Test: Wie viel Arbeitsspeicher braucht man wirklich

Immer mehr Spiele und auch Anwenderprogramme stellen höhere Anforderungen an die im PC oder Laptop verbaute Menge an Arbeitsspeicher. Doch dieser ist im Vergleich zu anderen Komponenten relativ teuer und die Preise sind weiter am steigen. Da stellt sich die Frage, wie viel von dem teuren Speicher man eigentlich braucht. Denn Arbeitsspeicher der zwar verbaut ist aber nicht genutzt wird bringt der Performance effektiv gar nichts, nur wenn er knapp wird merkt man, dass das eigene System zu kämpfen hat. In einem Test haben wir verschiedene Szenarien analysiert und in einzelne Kategorien eingeordnet.

weniger als 4 GB: Büroarbeiten oder einfaches Browsing

Windows 10: Die Auslastung im Leerlauf

Eine Systemkonfiguration mit weniger als 4 GB Arbeitsspeicher findet man nur noch in SoC (System on Chip) Systemen wie etwa Tablets. Da Windows für sich alleine schon um die 1 GB Arbeitsspeicher in Anspruch nimmt, bleibt entsprechend wenig für die Programme übrig. Die Verwendung von Office-Programmen wie Word und PowerPoint und normales Surfen im Internet sind kein Problem. Auch die einfache Bearbeitung von Bildern ist möglich, auch wenn es zu Hängern und Rucklern kommen kann. Aufwendigere Aufgaben wie etwa Videoschnitt sind gar nicht möglich.

Bei der Spieleauswahl hat man eigentlich nur die Möglichkeit, sehr einfache Casual-Titel oder extrem alte Spiele zu spielen – alles andere läuft gar nicht erst.

4 GB: Alltägliche Aufgaben und einfaches Gaming

Mit 4 GB, was der Standardkonfiguration von vielen vorkonfigurierten Systemen im Handel entspricht, sind die meisten alltäglichen Aufgaben und intensiveres Webbrowsing möglich. Außerdem laufen auch aufwendige IDEs (Integrated Development Environment) mit einigen Erweiterungen. Einziger Schwachpunkt ist, dass Virtualisierung nur sehr eingeschränkt möglich ist, was etwa bei der Android-Entwicklung hinderlich ist. Dies hat den Hintergrund, dass in einer virtuellen Maschine ein weiteres komplettes Betriebssystem aufgeführt wird welches ebenfalls mindestens 1 GB Arbeitsspeicher benötigt.

Die Spielesituation mit dieser Konfiguration sieht deutlich besser aus. Einige aktuelle und so gut wie alle älteren Titel laufen ohne Probleme. Ebenfalls problemlos lassen sich Esport-Spiele wie Counter-Strike oder League of Legends spielen. Nur mit einer nicht unerheblichen Anzahl neuer Spiele bekommt man Probleme, da oftmals 8 GB Arbeitsspeicher oder mehr benötigt werden.

8 GB: Normales Gaming, Videoschnitt, Virtualisierung

Software wie VirtualBox benötigt besonders viel Arbeitsspeicher

Mit 8 GB Arbeitsspeicher lassen sich so gut wie alle normalen Programme problemlos und nebeneinander benutzen. Auch Aufgaben wir kompliziertere Bildbearbeitung oder normaler Videoschnitt sind möglich. Bei der Spieleauswahl ist so gut wie alles möglich. Jedoch sind eventuell nicht die höchsten Grafikeinstellungen möglich und viele Spiele scheitern bei 4K-Ausgabe, da die zu ladenden Texturen zu viel Speicher verbrauchen würden. Auch ist es eventuell nicht möglich neben dem Spiel weitere aufwendige Programme offen zu haben.

Virtualisierung ist mit kleinen Einschränkungen möglich, die genauen Möglichkeiten hängen von den zu virtualisierenden Betriebssystemen und den darunter laufenden Anwendungen ab. Normale Einsatzgebiete wie die parallele Verwendung einer zweiten Windows-Installation oder einem Linux-Testsystem sind problemlos möglich.

16 GB: Extremes Gaming und aufwendiger Videoschnitt

Mit einer Konfiguration mit 16 GB Arbeitsspeicher lassen sich alle aktuellen und kommenden Titel spielen ohne durch Speichergrenzen limitiert zu werden. Auch Aufgaben aus dem professionellen Bereich wie Videoschnitt mit mehreren Ebenen und in 4K sowie 3D-Animation lassen sich erledigen. Weiterhin lassen sich mehrere Systeme virtualisieren und gleichzeitig benutzen.

32 GB oder mehr: Professionelle Software und Spezialfälle

32 GB Arbeitsspeicher oder mehr lohnt sich nur für diejenigen Personen, die professionell große Mengen an Dateien verarbeiten müssen wie zum Beispiel 4K-Videoschnitt mit hohen Bitraten oder Mediendesigner. Dort kann der Arbeitspeicherbedarf auch schon mal deutlich über die üblichen Werte eines normalen Nutzers hinausgehen weshalb dort eine hohe Arbeitsspeicher-Kofiguration in der Tat sinnvoll ist. Die meisten Nutzer sind aber mit weniger Speicher besser aufgehoben, da es eine unnötige Investition wäre.

Fazit

Die meisten Nutzer sollten sich für 8 oder 16 GB Arbeitsspeicher entscheiden, da dies einen guten Mittelwert aus Preis und Nutzen ergibt. Für 4 GB sollte man sich nur entscheiden, wenn man vor hat, mit dem System gar nicht oder fast überhaupt nicht zu spielen und wenn dann nur einfache Titel. Konfigurationen mit 32 GB oder mehr lohnen sich nur für Profis die dies auch für ihre Arbeit benötigen.

Veröffentlicht in Technik mit den Schlagworten , .

2 Kommentare

  1. Pingback: Tipps für den Bau von Low-Budget-PC’s – Line-Lan.net

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.