funk – Das öffentlich-rechtliche Fernsehen für junge Leute

Was passiert, wenn man die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten ARD und ZDF mit einem 45 Millionen Euro Budget ausstattet und dafür die beiden Sender EinsPlus und ZDFkultur streicht? Genau: „Orientierung, Information und Unterhaltung“ oder besser gesagt eine Sammlung von Formaten und Sendungen, welche besonders auf junges Publikum zugeschnitten ist.

Es ist ja kein Geheimnis, dass das Medium Fernsehen bei Jugendlichen immer weiter in den Hintergrund gerät. Längst haben Netzwerke wie Twitter und YouTube den Platz als Unterhaltungsmedium Nummer 1 eingenommen. Dessen sind sich auch die Sendeanstalten ARD und ZDF bewusst und das Projekt funk wurde ins Leben gerufen.

Über die Sozialen Netzwerke YouTube und Facebook man jetzt verschiedene, auf die junge Zielgruppe zugeschnittene, Inhalte. Man startet dabei mit über 40 Formaten und Serien, welche nicht alle Eigenproduktionen sind. Zusätzlich zu internationalen Inhalten kooperiert man auch mit einigen Youtubern, um die eigene Zielgruppe zu vergrößern. Unter anderem mit dabei sind darkviktory mit der dritten Staffel TubeClash oder Fynn Kliemann mit seinem „Kliemannsland“.

Verfügbar sind die Inhalte sowohl über die Website funk.net, über die sozialen Medien oder über eine eigens entwickelte App für iOS und Android. Dabei handelt es sich nicht um eine klassische Mediathek, sondern um eine „eigene Welt mit eigenen Inhalten“ in einem „gewollt überschaubaren Rahmen“. Alle Inhalte werden kostenlos und ohne Werbung bereitgestellt.

Unser Interesse wurde bei einer Antwort des funk-Teams unter dem Teaservideo geweckt. Dort redet man darüber, dass man auch schon das Thema E-Sports in Erwägung gezogen hat:

Wir entwickeln laufend neue Formate und haben auch schon über das Thema eSports nachgedacht. Versprechen können wir nichts, aber wir haben es zumindest auf dem Schirm.

Falls ein solches Projekt umgesetzt werden würde, dann bekäme der E-Sport in Deutschland endlich die Aufmerksamkeit, die er verdient hat. In anderen Ländern werden wichtige Events aus der Gaming-Szene bereits im Fernsehen übertragen, warum hier nicht wenigstens über eine Online-Plattform der öffentlich-rechtlichen. Zwar gab es schon Versuche, wie beispielsweise die Übertragung von Counter-Strike: Global Offensive Turnieren auf ProSieben MAXX, diese wurde aber nach dem Amoklauf in München wieder eingestellt.

Insgesamt ist funk ein Projekt, das viel Potential mit sich bringt. Wenn die Umsetzung gelingt, könnte man eine große Zielgruppe ansprechen und gleichzeitig noch auf das „klassische“ Fernsehen aufmerksam machen. Man darf also gespannt sein, was noch kommt.

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